Otterstedt, C. (2005): Der verbale Dialog mit Schwerkranken, Schlaganfall-, Komapatienten und Demenz-Betroffenen, mit Anregungen zur kreativen Gesprächsgestaltung, verlag modernes lernen, Dortmund.

 

Dialog als Chance
Kann der Komapatient mich verstehen? Wie spreche ich mit einem Demenz-Betroffenen? Welche körpersprachlichen Zeichen sind für den Dialog mit einem Patienten wichtig? Fragen, die die Verhaltensforscherin Dr. Carola Otterstedt, auf Grund ihrer Erfahrung in der Kranken- und Sterbebegleitung, anhand praktischer Beispiele erläutert. Angehörige, aber auch professionelle Begleiter, wie Ärzte, Therapeuten und Pfleger, Seelsorger und Hospizhelfer, fühlen sich oft mit einer sprachlichen Ohnmacht konfrontiert. Der Leser erfährt durch die Bücher, welche verbalen und nonverbalen Dialogmöglichkeiten in der Begleitung von Schwerkranken, Schlaganfall-, Komapatienten und Demenz-Betroffenen bestehen.

 

Im Dialog mit dem Patienten
In ihren Büchern zeigt Otterstedt, welche Möglichkeiten und Wege bestehen, den Patienten im Dialog zu begleiten. “Das Wissen um die Notwendigkeit eines gelungenen Dialogs zwischen Begleiter und Betroffenem”, so Otterstedt, “bildet die kommunikative Voraussetzung für eine professionelle Begleitung. Denn erst wenn der Patient sich im Dialog angenommen fühlt, wird sich eine vertrauensvolle Beziehung entwickeln können, die es dem Betroffenem ermöglicht, sich beispielsweise auch für unangenehme pflegerische, bzw. therapeutische Maßnahmen zu öffnen.”

 

Von der Zeit, der Wahrnehmung und dem Lachen
Die Bücher von Carola Otterstedt bieten eine umfassende und praxisbezogene Grundlage sowohl für Angehörige von Patienten, als auch für die Aus- und Weiterbildung von Ärzten, Therapeuten und Pflegern. Im Buch Der nonverbale Dialog stellt Otterstedt die von ihr entwickelten Übungen zur WahrnehmungsSensibilisierung vor, die dem Leser einen Einblick in die mögliche Wahrnehmungswelt von Patienten ermöglichen. Diese Übungen sind in der Unterrichtspraxis erprobt und werden in der Akademie der Sinne/Gesundheitszentrum Bad Kissingen vermittelt.

 

Die im Buch Der verbale Dialog vorgestellten Anregungen zur kreativen Gesprächs-gestaltung, zeigen auf, welchen Stellenwert beispielsweise die Zeit, das Lachen und der gestaltete Gesprächsrahmen (z.B. Raum-, Licht-, Farbgestaltung) für einen gelungene Dialog besitzen.

 

Grundlage patientenorientierter Dialoge
Carola Otterstedt schafft mit ihren beiden Büchern eine praxisbezogene Grundlage für eine Entwicklung neuer Wege in der Arzt-Patienten-Begegnung (bzw. anderer Begleiter). Weder die sogenannte professionelle Distanz - die vielen Ärzten, Therapeuten und Pflegern anerzogen wurde –, noch Mitleid bilden bei Otterstedt die Grundlage zunehmender klienten- und patienten-orientierter Dialoge. Vielmehr beschreibt sie in ihren Büchern, wie Mitgefühl und wahrhaftiges Interesse an dem Gegenüber – z.B. Selbstwahrnehmung des Patienten- eine respektvolle und einfühlsame Begleitung von Demenz-Betroffenen, Schwerkranken und Sterbenden ermöglicht.

 

 

ekz-bibliotheksdienst 3/2006
Ergänzend zum Praxishandbuch „Der nonverbale Dialog“ von der Kranken- und Sterbebegleiterin, Verhaltensforscherin und Dozentin ist noch 2005 diese Fortsetzung über den verbalen Dialog erschienen. Auf bewährte ausführliche und anschauliche Weise werden verschiedene Dialogformen mit noch ansprechbaren Schlaganfall-, Komapatienten und Demenz-Betroffenen für Ärzte, Therapeuten, Pfleger, Hospizhelfer, Seelsorger und besonders interessierte Angehörige vorgestellt. Ferner wie sich der Alltag dieser Kranken aktiv und sinnvoll gestalten läßt. Großen Raum nehmen Anregungen für vielfältige Formen der Kommunikation ein, vom Gespräch über die Raumgestaltung bis hin zu Tierbesuchsdienst, Fantasiereise und Arbeit mit Geräuschen und Klängen. Abschließend ein Kapitel über das gemeinsame Abschiednehmen. Wieder eine engagierte, sensible und fundierte Einführung mit vielen praktischen Hinweisen für den oben angegebenen Personenkreis.

 

 

Zeitschrift für Ergotherapie & Rehabilitation 3/2006
„Jede Begegnung mit einem Menschen ist eine einzigartige Begegnung.“
C. Otterstedt bietet, ohne es besonders herauszustellen, die einfühlsame Beschreibung eines klientenzentrierten Ansatzes in der Begleitung schwer betroffener und sterbender Menschen. Sie befaßt sich in acht Kapiteln mit den Grundlagen der Gesprächsgestaltung, dem Dialog zwischen Arzt und Patient, den Veränderungen, die eine Familie durch die Krankheit erlebt, und dem Abschiednehmen. Ein Gespräch mit der Neuropsychologin Dr. Böttger über „Kommunikation mit Schwerkranken“ bildet ein eigene Kapitel und enthält u.a. die Schilderung des Einsatzes von Tieren in der neurologischen Rehabilitation. Ein ausführliches Literatur- und Adressenverzeichnis mit vielen Hinweisen zu Hospizarbeit und Sterbebegleitung rundet das Buch ab.
Es ist sowohl für Sterbebegleiter, ob Angehörige oder Ehrenamtliche, als auch für Menschen in pflegenden oder therapeutischen Berufen gedacht, die darin viele Ideen zur Veränderung und zur Reflektion der eigenen Umgangsweise mit den Betroffenen finden. Positiv und sonst eher selten zu finden ist der häufige Hinweis, daß Begleiter auch auf eigene Kraftreserven achten müssen. In Kapitel 5 finden sich Vorschläge zur Verbesserung des Dialogs zwischen Patienten und Ärzten. Schade, daß die Umfrage zu diesem Thema aus Zeitgründen nur auf den Ergebnissen von sehr wenigen teilnehmenden Ärzten und Patienten beruht.
Ergotherapeuten, die regelmäßig mit sehr schwer betroffenen Menschen und mit Menschen in deren letzten Lebensphase zusammen kommen, finden im Kapitel
„Kreative dialogische Gestaltungsmöglichkeiten“ Anregungen für ihre Arbeit. Hierbei werden u.a. Farben, Klänge, Tiere sowie Meditation zur Unterstützung des Dialogs vorgestellt. Die Übungen zur (Körper-)Wahrnehmung lassen sich einfach umsetzen und bieten sich daher, nicht nur in der Ergotherapieausbildung, gut zur Selbsterfahrung an.

 

 

Literatur-Report 2006
Das Buch bietet Kranken- und Sterbebegleitern neben alltagsrealistischen Informationen u.a. zur Schmerztherapie, zum Betreuungsrecht oder zur Hospiz-Idee, auch Erörterungen von Bedürfnis, Bedarf und Wünschen der Betroffenen und auch der Begleiter.
Anregungen zu einer persönlichkeitsorientierten Unterstützung der Körperpflege sowie zahlreiche Beispiele von sinnesorientiertem und dialogischem Handeln führen den Leser einfühlsam zu dem zentralen Kapitel dieses Buches, das durch seine zahlreichen kretaiven Anregungen der Gesprächsgestaltung die gemeinsame Begegnung zwischen Begleiter und Betroffenen – trotz Krankheit und Behinderung – phantasievoll anregen möchte.
Carola Otterstedt präsentiert den verbalen Dialog nicht losgelöst vom gelebten Alltag. Visuell dargestellte Abschiedserfahrungen (Studie) und Chancen eines gelungenen Arzt-Patienten-Dialogs sind ebenso alltagsrelevant, wie das fachlich interessante und menschlich berührende Gespräch mit der Neuropsychologin Dr. Stefanie Böttger zur Kommunikation mit Schwerkranken in der Klinik.
Otterstedts kreative dialogische Gestaltungsmöglichkeiten regen die Phantasie und Kreativität der Betroffenen sowie ihrer Begleiter an. Das Schweigen im Dialog, Fragen nach dem Sterben und dem Umgang mit Schuldgefühlen werden einfühlsam erörtert. Die Autorin scheut sich nicht, auch hier kreative Modelle anzuregen, immer aber auch mit dem Hinweise, daß jeder Mensch seinen ganz eigenen Weg suchen wird. Diese Suche zu unterstützen, auf dem Weg zu begleiten, da zu sein, sei die eigentliche Aufgabe eines Kranken- und Sterbebegleiters.

 

 

Ärztezeitschrift für Naturheilverfahren 11/2005
- zu Der nonverbale Dialog und Der verbale Dialog
Wenn dem Patienten die Worte fehlen, die Artikulation durch körperliche Einschränkungen erschwert wird, ist die nonverbale Kommunikation die wichtigste Dialogeben zwischen Begleiter und Betroffenen. Die Körpersprache des Patienten zeigt dem Begleiter von Schwerkranken, Schlaganfall-, Komapatienten und Demenz-Betroffenen, wie sich der Patient fühlt, welche Bedürfnisse und welche Wünsche er hat. Aufmerksame Beobachtung im Rahmen einfühlsamer Begleitung sind die Grundlagen des nonverbalen Dialogs.
Der bewußte Einsatz eigener körpersprachlicher Zeichen ist vielen professionellen Begleitern noch fremd. Dieses Buch bietet sowohl Übungen zur persönlichen Wahrnehmungssensibilität, als auch hilfreiche Beispiele zu praxisbezogenen Einsatzmöglichkeiten der nonverbalen Sprache im Alltag u.a. von Angehörigen, Pflegern, Ärzten, Therapeuten, Seelsorgern und Hospizhelfern.
Die Bücher
Der nonverbale Dialog und Der verbale Dialog beginnen dort, wo in der Praxis der Dialog mit scheinbar sprachlosen Patienten endet: Wie spricht man mit Komapatienten? Können diese Patienten uns überhaupt verstehen? Auf welche körpersprachlichen Zeichen muß ich achten, wenn ich mit dem Patienten kommuniziere? Welche nonverbalen Zeichen unterstützen den Dialog mit Schwerhörigen, mit Schlaganfallpatienten und mit von Demenz Betroffenen? Kontaktfreudige, kreative Angehörige und professionelle Begleiter spüren intuitiv, wie sie mit dem Patienten kommunizieren können. Wollen wir aber mit allen Sinnen begreifen, welche vielfältigen Dialogmöglichkeiten uns zur Verfügung stehen dann können die in diesem Buch vorgestellten Übungen zur besonderen Sensibilisierung der Sinne, zur praxisbezogenen Selbst- und Fremdwahrnehmung hilfreich sein. Das Buch beläßt die Thematik nicht im Beschreiben von Dialogformen. Carola Otterstedt schöpft aus ihrer langjährigen Lehrerfahrung, motiviert den Leser mit Hilfe detailliert beschriebenen Übungen, ihre Dialogfähigkeit bewußt zu erleben und im praktischen Alltag bereichernd einzusetzen.
Kommunikation findet nicht in einem leeren Raum statt. Carola Otterstedt beschreibt erstmals anhand vielfältiger Beispiele, daß ein gelungener Dialog zwischen Patient, Angehörigen und Arzt auch immer von der Räumlichkeit und seiner Atmosphäre abhängt. Das Kapitel
Der Dialog im Raum bietet konkrete Vorschläge zur Einrichtung von Praxisräumen sowie Arzt- bzw. Therapiezimmern in Kliniken. Dieses Buch zeigt, daß der nonverbale Dialog kreativ und patientenorientiert, individuell gestaltet werden kann.

 

 

Lehrerbibliothek 10/2005
Für viele Menschen stellt es ein großes Problem dar, mit schwerkranken Menschen über ihre Situation zu sprechen und angemessen zu reagieren. Selbst Menschen, die täglich in ihrem Beruf als Arzt, Pfleger oder Therapeut tätig sind, sind häufig verunsichert. Das vorliegende Buch Der verbale Dialog richtet sich vor allem an Begleiter von Schwerkranken, Schlaganfall-, Komapatienten und Demenzbetroffene. Es bietet eine Vielzahl von Anregungen zur kreativen Gesprächsgestaltung. Der Ansatz ist Dialog orientiert. Dabei stellt die Autorin viele konkrete Situationen und mögliche Gesprächsreaktionen vor. Sie spricht auch Tabuthemen an, wie z.B. das Gestalten einer Verabschiedung vom Leben und Tod. Sehr empfehlenswert nicht nur für Kranken- und Sterbebegleiter, sondern vor allem auch für alle Auszubildenden in Pflegeberufen.